Globaler Klimastreik

von von Axel (KL Mitteldeutschland)

 Unter dem Aufruf "People not Profit" gingen am 25.3. wieder weltweit Klimaaktivist:innen für Maßnahmen gegen die Klimakrise auf die Straße, in Deutschlandweit in über 300 Städten mehr als 220.000 Menschen.

People not Profit

Großen Raum nahm natürlich der Krieg in der Ukraine an, doch es wurde vielerorts auch auf die zahlreichen Konflikte weltweit hingewiesen und Solidarität eingefordert. In Bangladesh wurde darüber hinaus auch für eine Entschädigung für die von der Klimakrise bereits angerichteten Zerstörungen durch die vermögenden Länder des Globalen Nordens demonstriert.

Die weltweit vorgebrachten Forderungen zeigen ein zunehmend umfassenderes politisches Bewusstsein der Bewegung, aber auch über sie hinaus. Die Schweizer Fridays for Future-Gruppen stehen bereits in enger Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und werden mit diesen sowie mit feministischen Kollektiven am 9.4. unter anderem für radikale Arbeitszeitverkürzungen auf die Straße gehen. https://strikeforfuture.ch/

Für viele ist inzwischen klar, dass neben den direkten Gewinninteressen der lobbystarken primären und sekundären fossilen Industrien insbesondere auch das auf ständiges Wachstum ausgerichtete Wirtschaftssystem selbst das Haupthindernis ist, wenn es darum geht, das Leben für alle auf diesem Planeten erträglich zu gestalten. Eine damit einhergehende, auf individueller Ebene immer maßlosere Bereicherung und Hyperkonsum einer kleinen Minderheit ist inzwischen allein bereits ein Faktor, der das Erreichen der 1,5°-Grenze unmöglich werden lässt.

"Der neueste Klima-Bericht des IPCC macht unmissverständlich klar: Die aktuelle Politik, die kurzfristige Profite vor Menschen und planetare Grenzen stellt, zerstört die menschlichen Lebensgrundlagen. Um die 1,5°C-Grenze einzuhalten und die schlimmsten Folgen einzudämmen, brauchen wir jetzt einen Systemwechsel. Unsere Politik muss sich an denjenigen orientieren, die schon jetzt am stärksten von der Klimakrise betroffen sind."
Darya Sotoodeh, Pressesprecherin von Fridays for Future Deutschland

In Deutschland folgt bereits am 27.3. der nächste bundesweite Aktionstag, an dem sich Fridays for Future beteiligt. Gemeinsam mit Ende Gelände, Abolish Frontex, der Initiative Rheinmetall Entwaffnen, die Seenotrettungsorganisation Seebrücke und viele andere aufrufen. Zusammen fordern die Gruppen unter anderem einen sofortigen Waffenstillstand und den Rückzug der russischen Truppen. Die Kritik richtet sich gegen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern mit ihren Folgen für das Klima genauso wie gegen den nun geplanten weiteren Ausbau von Flüssiggasterminals als vermeintliche Alternative und vor allem gegen die geplante massive Aufrüstung. https://www.ende-gelaende.org/aktionstag-27-03-aufruf/

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