Klima-Links der Woche: 15 Milliarden Euro für Energie-Entlastung

von Uwe (Kl BaWü)

Im Wochenrückblick geht es um Klimastreiks, Habecks Reise, Krieg und Umwelt, Temperaturrekorde in der Arktis und die Gigafactory. Schönes Wochenende!

Themenfelder der Woche: Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, Aktionen, Energie, Mobilität, Umwelt und Ernährung.

Wissenschaft

Können Windkraft- und Photovoltaikanlagen das Klima negativ beeinflussen? Angesichts immer größer werdender Anlagen haben sich Forscher:innen mit dieser Frage beschäftigt. Die Antwort: In der Theorie können die Energieerzeuger bewirken, dass es trockener wird. Für die Praxis gibt es aber Entwarnung.
spektrum.de: Kollateralschäden am Klima?

Politik und Gesellschaft

100 Milliarden für die Bundeswehr, Robert Habeck als Gas-Freund (siehe Energie): Die Grünen säbeln gerade kräftig an ihren ökologischen Wurzeln.
freitag.de: Die Grünen sind keine Umweltpartei mehr

Energiepreis-Pauschale, Senkung der Kraftstoffsteuer, 9-Euro-Monatsticket: Die Ampel hat ein 15-Milliarden-Euro-Paket zur Entschärfung der hohen Energiepreise vorgestellt. Das Klima fällt dabei ziemlich hinten runter.
tagesschau.de: Das Entlastungspaket im Überblick

Wie wird sich der Angriffskrieg Russlands auf den Klimaschutz auswirken? Geneviève Pons, Generaldirektorin und Vizepräsidentin des Thinktanks Europe Jacques Delors, sagt, das Ziel müsse sein, die Klimaschutzziele voranzubringen und sich zugleich von russischen Energielieferungen unabhängig zu machen: „Wir finanzieren Putins Krieg, das ist furchtbar. Um das zu ändern, müssen wir unsere Energieimporte diversifizieren, weg von Russland, hin zu mehr Lieferungen von Norwegen, den USA, Algerien, meinetwegen auch aus Katar.“
wienerzeitung.de: Hoffentlich kein Albtraum-Szenario fürs Klima 

Eines steht fest: In der Ukraine sind durch den russischen Angriff bereits Umweltschäden entstanden, die sich noch lange Zeit verheerend auswirken werden.
taz.de: Verbrannte Erde

Die Treibhausgasbilanz der Bundesregierung für 2021 hat heftige Kritik hervorgerufen. Statt um 40 Prozent wurden die Emissionen trotz Corona-Effekt nur um 38,7 Prozent gesenkt – und derzeit steigen die Zahlen sogar wieder. Auch wenn die rechtlichen Vorgaben damit eingehalten wurden, das politische Versprechen wurde gebrochen. Klima-Staatsekretär Patrick Graichen hat jetzt ein „Klima-Sofortprogramm“ angekündigt. Die dafür vorgesehenen Maßnahmen werden aktuell im Wirtschafts- und Klimaministerium geprüft.
taz.de: Unbemerkt das Ziel erreicht

Aktionen

Australien machte den Anfang, weltweit wird heute für die Klimarettung demonstriert. In Deutschland werden laut Fridays For Future Aktivisti in 300 Städten auf die Straße gehen. Das Motto des zehnten weltweiten Klimastreiks lautet „People not Profit“. Auch Russlands Angriffskrieg wird thematisiert – unter anderem ein Stopp der Gasimporte.
taz.de: Fridays gegen den Krieg

Beispiel Baden-Württemberg: Hier wird in etwa 50 Städten protestiert.
swr.de: Fridays for Future-Proteste in rund 50 Städten in Baden-Württemberg

Die Aktivistin „Ella“ war im Danneröder Forst in der Siedlung „Nirgendwo“ an Protestaktionen beteiligt und steht jetzt in Gießen vor Gericht. Die Anklage fordert zwei Jahre und vier Monate Haft, weil sie sich angeblich gewaltsam gegen Polizeibeamt:innen gewehrt haben soll.
taz.de: Noch kein Urteil gegen „Ella“

Energie

Robert Habeck bastelt in Katar an neuen Energieverträgen? Russlands Überfall auf die Ukraine macht vieles möglich – auch wenn der Besuch des Wirtschaftsministers von viel Kritik begleitet wurde. Wirksamer Klimaschutz sieht schließlich anders aus.
taz.de: Eine heikle Einkaufstour

Nach Katar besuchte Habeck auch die Vereinigten Arabischen Emirate. Hier stand das Thema Wasserstoff im Mittelpunkt – und ein Projekt für synthetisches Flugbenzin.

Die Bilanz der Reise falle durchwachsen aus, heißt es bei tagesschau.de. Denn kurzfristige Energieprobleme seien weder mit LNG-Terminals noch mit Wasserstoffprojekten zu lösen. Wir ergänzen: von der Menschenrechts-Problematik ganz zu schweigen.

Mobilität

Aus der Gigafactory in Brandenburg rollen die ersten Teslas. Jährlich 500.000 Fahrzeuge sollen gefertigt werden, produziert von 12.000 Mitarbeiter:innen. Das Land hofft auf weitere Ansiedlungen, leider ist zu befürchten, dass dabei weder Klima noch Umwelt geschont werden.
tagesschau.de: Wird jetzt ganz Brandenburg „giga“?

Wenn schon Auto, dann bitte elektrisch: Das Fraunhofer-Institut bescheinigt den reinen E-Autos die beste Umweltbilanz im Vergleich zu Hybriden und Verbrennern. Zwar schnitten die Hybrid-Modelle im Vergleich auch gut ab, allerdings nur, wenn mindestens 40 Prozent der Strecke elektrisch zurückgelegt werden.

heise.de: Fraunhofer-Institut: Elektroautos haben vergleichsweise die beste Umweltbilanz

Umwelt und Ernährung

Historische Temperaturen: In der Antarktis lagen sie diese Woche um 30 Grad höher als für die Jahreszeit üblich. Ein Rekord von minus 11,5 Grad Celsius wurde von der Forschungsstation Dome Concordia gemessen.
tagesschau.de: Ungewöhnlich warm in der Antarktis

Auch in der Arktis purzeln aktuell die Temperaturrekorde.

Ja, dem brasilianischen Präsidenten Bolsonaro trauen wir so ziemlich alles zu. Auch, dass er den Angriffskrieg in der Ukraine nutzt, um den fürs Klima so wichtigen Regenwald am Amazonas noch schneller zu vernichten.
tagesschau.de: Mehr Amazonas-Rodung wegen Ukraine-Krieg?

Bauen und Wohnen

Schönes Beispiel dafür, wie sich die Klimakrise auf alle Lebensbereiche auswirkt: In ihrem Buch „Gärtnern im Wandel“ beschreibt Veronika Schubert, welchen Pflanzen künftig noch wachsen, wie das Bewässern funktionieren kann und was auf dem Balkon gedeiht.
stuttgarter-nachrichten.de: Wie sich der Klimawandel auf die Gartenarbeit auswirkt

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