Nahwärme in Dänemark

von Stefan (KL Schleswig Holstein)
Kommentar

Von Dä(e)nen lernen …

Alles begann mit der Ölkrise in den 70er Jahren…
Auch Dänemark spürte damals die massive Abhängigkeit des Landes von fossilen Energieimporten.
Das Land entschloss sich deshalb zu einem historisch weitreichenden Schritt:
Per Gesetz wurde 1979 der Weg zu einer Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern festgelegt.
Erreicht werden sollte dies u.A. durch einen Umbau der nationalen Wärmeversorgung, die bis dahin im Wesentlichen auf der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle beruhte. Jede Kommune wurde zu einer verbindlichen Wärmeplanung verpflichtet.
In den folgenden Jahrzehnten sorgte dies mit einem allgemein gestiegenen Umweltbewusstsein dazu, das überall im Land lokale Nahwärmenetze (Local District Heating) entstanden, die Wärme aus regenerativ erzeugter KWK und zunehmend auch Biomasse bereitstellten

Der dänische Ansatz zur Wärmeregulierung bietet dabei eine klare Kompetenzaufteilung, bei der die kommunalen Entscheidungsträger*innen die volle Autorität über die Gestaltung lokaler Wärmesysteme haben.


Auf der nationalen Ebene werden sowohl die politischen als auch die technischen Rahmenbedingungen bereitgestellt. Dadurch wird sichergestellt, dass lokale Fernwärmeprojekte mit den nationalen Ambitionen für die Entwicklung des Wärmesektors übereinstimmen.
Weitere Prinzipien des Wärmeversorgungsgesetzes:
- Die Kommunen müssen dafür sorgen, dass die Projekte mit dem höchsten sozioökonomischen Nutzen umgesetzt werden.
- Die Wärmeversorgung muss, insofern möglich, durch Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt werden.
- Der Wärmepreis für die Verbraucher*innen darf nicht höher oder niedriger als die tatsächlichen Wärmeerzeugungskosten sein.
https://www.waermewende.de/daenischewaermewende/

In Folge wurden bereits 2013 Öl- und Gasheizungen im Neubau verboten, ab 2016 durften alte fossile Heizkessel nicht mehr durch neue ersetzt werden.
Fossile Energieträger wurden hoch besteuert, um regenerative Energie konkurrenzfähig zu machen.
2019 folgten auch regulatorische Maßnahmen wie die angeordnete Stilllegung fossiler Heizungen in Bestandsbauten sowie der Zwangsanschluss an bestehende Nah- und Fernwärmenetze.

Aktuell werden 63 Prozent der dänischen Haushalte mit Nah-/Fernwärme versorgt, in Kopenhagen sogar bis zu 98 Prozent.
Darüber hinaus werden 68 Prozent der Fernwärme mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt.
In Dänemark stammen bereits 40 Prozent des Wärmebedarfs aus Erneuerbaren Energien, in Fernwärmenetzen sind es bereits 50 Prozent.
Kopenhagen will bereits bis 2025 klimaneutral werden.
https://www.waermewende.de/daenischewaermewende/


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All dies wurde übrigens von allen Regierungen seit 1979 konsequent verfolgt und von der dänischen Bevölkerung akzeptiert.

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