Schweinefleisch statt Natur

von Claudia (KL Mitteldeutschland)
Kommentar

Realer Irsinn

Der Krieg in der Ukraine beginnt, alles was wir in den letzten Jahrzehnten erreicht und erkämpft haben zu zerstören. Aktuell plant die EU, die landwirtschaftliche Produktion zu intensivieren. Was wollen sie dabei anbauen? Öl, Weizen, Sojabohnen, Raps und Mais. Davon geht der eine Teil in die Tier“produktion“ der andere Teil in den Tank. Nur ein Bruchteil davon wird für die menschliche Ernährung benötigt.

Gerade bei Schweinefleisch wird inzwischen doppelt so viel exportiert wie importiert wird, es wird also mehr produziert als wirklich hier benötigt wird.

Die dabei anfallende Gülle belastet bereits heute unsere Böden und gefährdet unsere knapper werdenden Grundwasserreserven. Ein Verminderung der völlig unmäßigen Fleischproduktion würde so nicht nur Flächen für die Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel frei machen, sondern gleichzeitig eine Reihe weiterer Probleme abmildern helfen.

Wenn es um Biokraftstoffe geht, ja sie sind in der Theorie ein Baustein, um die Mobilität CO2-frei zu machen. Ist das nicht ein Trugschluss? Die Intensivierung der Landwirtschaft der letzten Jahre hat doch zu einem großen Teil dafür gesorgt, dass sich die Masse an Insekten seit Jahren verringert, die Wissenschaft spricht von Zahlen zwischen zwei Drittel und 80%. Verfeuern wir unsere Artenvielfalt im Tank?

Aktuell zwingt uns somit der Zusammenhang zwischen Rückgang der Artenvielfalt, Fleischkonsum und fossiler Mobilität dazu, noch einmal umso stärker darüber nachzudenken was wir tun können, damit auch unsere Kinder und Enkel noch eine Welt vorfinden für die es sich zu leben lohnt. Bzw. nicht nur nachzudenken, sondern auch zu handeln.

Einfach ausgedrückt ist es eine Wiederholung dessen, was Naturschutzverbände schon seit Jahrzehnten predigen:
Fleischkonsum massiv reduzieren
• Weniger Lebensmittel verschwenden
• Fossile Mobilität stark reduzieren, das bedeutet für uns, möglichst auf ein Auto zu verzichten und regionale Produkte zu kaufen
• Keine neuen Flächen für Siedlungen und Gewerbe versiegeln. Es gibt schon so viele versiegelte alte Brachflächen, die kann man durch sinnvolle kompakte Bebauung verfügbar machen.

All dies und noch viel mehr können wir natürlich nicht jede/r einzelne, dazu braucht es eine Politik, die das fördert. Wir stehen als Klimaliste für eine Politik ein, die die Menschen dabei unterstützt eine Lebensweise zu führen, die es ermöglicht, dass wir unseren Planeten durch unser alltägliches Leben nicht weiter zerstören, sondern diesen schützt und erhält.

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Quellen:

https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-03/ukraine-krieg-eu-landwirtschaftsminister-produktion-lebensmittelknappheit?cid=60795189#cid-60795189

https://bvlk.de/news/wie-viel-fleisch-exportiert-und-importiert-deutschland.html

https://www.boell.de/de/2020/01/08/insektensterben-deutschland-abwaerts-im-trend

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